Ghibli Wiki
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Hier wird die Geschichte des Studio Ghiblis erzählt.

Pre-Ghibli - Das Treffen (1968 - 1985)[]

Miyazaki und Takahata lernten sich bei der Arbeit im Toei Animation kennen, welches heute für One Piece und viele andere Serien bekannt ist. Im Studio arbeiteten sie an dem Film Taiyō no Ōji: Horusu no Daibōken (1968), an der Isao zum ersten Mal Regie führte. Sie verließen das Studio und arbeiteten im Laufe der Zeit für verschiedene Firmen, darunter Oh! Production und Nippon Animation, wo letzteres Hayao am Das Schloss des Cagliostro (1979) arbeitete. Takahata verließ diese schließlich und wechselte alleine zur Telecom Animation Film, wo er in Kontakt mit Walt Disney kam. Dann ging Takahata zu Tokuma Shoten, worauf ihm Miyazaki und andere Kollegen folgten.

Toshio Suzuki arbeitete bei Tokuma Shoten und war 1978 Chefredakteur von Animage, welches 1982 Nausicaä aus dem Tal der Winde (Manga) veröffentlichte. Suzuki überzeugte Miyazaki, den Manga zu verfilmen. Durch Miyazakis Erfahrung bei anderen Animationsstudios war Tokuma Shoten bereit, den gleichnamigen Film zu finanzieren (1984). Die Firma stellte auch Joe Hisaishi für die Produktion der Filmmusik ein, weil sie von seinen früheren Werken überzeugt waren.

Nach dem Erfolg des Films 1984 gründete Tokuma Shoten das Studio Ghibli. Nun konnten Takahata und Miyazaki endlich Filme unter Eigenregie produzieren. In dem Studio arbeitete fortan ein großes Team von Hunderten engagierter festangestellten Künstlern und Handwerkern mit dem einzigen Ziel Animationsfilme von hoher Qualität zu realisieren. Somit besitzt das Studio Ghibli einen großen Vorteil im Vergleich zu vielen anderen Animationsstudios: Nahezu jeder Prozess der Produktion erfolgt intern im Studio selbst, sodass der Regisseur die einzelnen Schritte leichter persönlich überwachen kann[1].

Die Arbeiten an Nausicaä aus dem Tal der Winde waren maßgebend und prägend für die Zukunft des Studios. Denn dabei lernten sich die leitenden Mitarbeiter kennen: Hayao Miyazaki, Isao Takahata, Joe Hisaishi und Toshio Suzuki. Als Gründer zählt auch Yasuyoshi Tokuma, der Chef von Tokuma Shoten. Die Stammarbeiter übernahmen folgende Aufgaben:

  • Toshio Suzuki ist der Produzent der meisten Filme.
  • Joe Hisaishi komponierte die Musik der meisten Filme.
  • Isao Takahata und Hayao Miyazaki wurden Regisseure. Sie verwirklichten viele preisgekrönte Filme.

Bronzezeit - Kultstatus in Japan (1986 - 1990)[]

Nach der Gründung des Studios produzierte dieses eine Vielzahl an erfolgreichen Filmen. Das erste Werk ist Das Schloss im Himmel (1986). Darauf folgten die zwei Filme Mein Nachbar Totoro und Die letzten Glühwürmchen, die zeitgleich am 16. April 1988 in die japanischen Kinos kamen. Es wurden zwei Filme produziert, weil man nicht sicher war, ob überhaupt eines der beiden Filme erfolgreich wird. Wobei dann beide Filme erfolgreich wurden.

Anime_THE_SIMPSONS_ANIMATION_on_FOX

Anime THE SIMPSONS ANIMATION on FOX

Interessant ist, dass der Totorofilm erst durch den Verkauf von Plüschtiere sehr viel an Popularität gewann und zum Kult wurde. Bis heute gilt er als der Kinderfilm aus Japan und findet 20 Jahre später seinen Weg in zahlreichen westlichen Zeichentricks als Hommage oder Parodie. Ein Beispiel dafür ist die 25. Staffel der Serie Die Simpsons mit der Episode 10 Manga Love Story (Originaltitel Married to the Blob).

Mit Kikis kleiner Lieferservice (1989) schuf Miyazaki einen weiteren Klassiker. In Japan ist das Studio sehr bekannt. In der westlichen Welt ist Hayao Miyazaki hauptsächlich durch den Nausicaä-Film ein Begriff, welches bereits 1984 erschien. Bisher hat das Studio fünf Filme produziert, Nausicaä-Film eingeschlossen, die in Japan zu Klassiker wurden. Diese Klassiker sind heute noch bekannt, aber die darauffolgende Filme eher weniger.

Der Kiki-Film setzt einen neuen Standard in der Produktion. Die Mitarbeiter, die an der Animation beteilitgt sind, verlassen das Studio, sobald sie ihre Arbeit getan haben. Dies ist ein Problem, da die Mitarbeiter trainiert werden müssen, um die gewünschte Qualität zu erreichen. Bei jedem Film die Mitarbeiter neu trainieren zu müssen, kostet Zeit. Die Mitarbeiter arbeiten nicht gerne im Studio, wegen dem niedrigen Lohn. Sie werden nicht nach der Qualität ihrer Arbeit bezahlt, sondern an der abgelieferte Menge an gezeichneten Seiten. Um die Qualität zukünftiger Filme zu sichern, das Studio für Mitarbeiter attraktiver zu machen und Talente zu fördern, beschlossen die Studiogründer, dass die Mitarbeiter einen festen Gehalt erhalten, unabhängig wieiviel sie gezeichnet haben.[2]

Eiszeit - Cold Classic (1991 - 1996)[]

Die Filme in dieser Epoche sind in Japan beliebt, aber in der westlichen Kultur kaum bekannt. Sie werden daher auch als Cold Classic bezeichnet. Der erste Film dieser Reihe ist Tränen der Erinnerung (1991), worauf Porco Rosso (1992), Flüstern des Meeres (1993), Pom Poko (1994) und Stimme des Herzens (1995) folgten.

Goldene Zeit - No Cuts (1997 - 2005)[]

Durch Takahatas Beziehungen arbeitet das Studio seit August 1996 mit Walt Disney zusammen. Disney ist nur für die Übersetzung und Vermarktung der Filme verantwortlich. Aus schmerzlicher Erfahrung, dass Filme in der westlichen Welt gerne gekürzt und verändert werden, weigerte sich das Studio Ghibli fortan, an seinen Filmen wie Prinzessin Mononoke Veränderungen und Kürzungen vornehmen zulassen. Seither ist No Cuts ein wichtiger Bestandteil der Arbeit zwischen Studio Ghibli mit anderen Übersetzungsfirmen[3]. Lediglich die Namen der Charaktere dürfen verändert werden.

Prinzessin Mononoke (1997) ist bis zu seiner Zeit der teuerste Animefilm. Zuvor war Akira (Anime), welches 1988 in den japanischen Kinos lief, der teuerste Animefilm und konnte nicht die Produktionskosten wieder einspielen. Prinzessin Mononoke hingegen konnte das zehnfache an Produktionskosten an den Kinokassen erwirtschaften. 1998 lief der Film auch in deutschen Kinos, aber ihm wurde wenig Beachtung entgegen gebracht, weil er kaum beworben wurde. Erst 2004 war er bei vielen Deutschen bekannt, weil er im Free-TV RTL II zu sehen war.

Auf diesen Klassiker folgte der Film Meine Nachbarn die Yamadas (1999). Dann brachte der nächste Film die japanische Filmlandschaft wieder ins internationale Rampenlicht: Chihiros Reise ins Zauberland (2001). Der Film gewann zahlreiche Auszeichnungen und wurde 2003 sogar mit einem Oscar geehrt. Mit der letzten Auszeichnung wurden Animes in der westlichen Welt als eine Kunstform anerkannt.

Das Königreich der Katzen (2002) folgte auf den Chihirofilm in den japanischen Kinos. Der darauffolgende Film Das wandelnde Schloss (2004) konnte in Japan und außerhalb des Landes viele Kinobesucher anlocken. Bisher stammen drei Filme nicht aus der feder von Hayao Miyazaki und Isao Takahata. In den nächsten Jahren bekamen viele verschiedene Regisseure die Gelegenheit mit ihren Filmen zu glänzen. Es folgen Jahre der jungen Köpfe des Studios.

Eisenzeit - Kampf um Nachwuchs (2006 - ?)[]

Die neue Epoche des Studios wurde mit dem Film Die Chroniken von Erdsee (2006) eingeleitet. Er ist zwar in Japan zum gewissen Grad beliebt, aber in der westlichen Welt eher weniger. Selbst die nachfolgende Filme Ponyo - Das große Abenteuer am Meer (2008), Arrietty - Die wundersame Welt der Borger (2010), Der Mohnblumenberg (2011), Wie der Wind sich hebt (2013), Die Legende von Prinzessin Kaguya (2013) und Erinnerungen an Marnie (2015) stehen im Schatten der goldene Zeit des Studios.

Hayao Miyazaki erklärt 2014 seinen Rücktritt, worauf eine Umstrukturierung folgte. Hiromasa Yonebayashi, der bei zwei Ghiblifilme die Regie führte, verlässt das Studio und gründet mit anderen Kollegen das Studio Ponoc. Neben Miyazaki tritt auch Takahata zurück, der später als künstlerischer Leiter an Die rote Schildkröte (2016) mitwirkte. Dieser Film ist in vieler Hinsicht einzigartig. Er wurde nicht in Japan produziert, sondern in Frankreich und Belgien. Sein Regisseur Michaël Dudok de Wit ist kein Japaner. Dieser Film zeigt, dass das Studio im Umbruch ist.

Das Studio geht neue Wege. So wagt sich Gorou Miyazaki an der Serie Ronja Räubertochter (2015). Viele Mitarbeiter des Studios produzieren am Videospiel Ni no Kuni mit (2010).

2017 kündigte Hayao Miyazaki an, dass er aus seinem Ruhestand zurückkehrt, um Der Junge und der Reiher zu adaptieren.

Siehe auch[]

Einzelnachweise[]

  1. McCarthy, Helen (2002): Hayao Miyazaki. Master of Japanese Animation. Revised Edition. Berkeley: Stone Bridge Press
  2. Nausicaä aus dem Tal der Winde (Doppel-DVD / Blu-Ray). Bonusmaterial Hinter den Kulissen: Die Ursprünge von Studio Ghibli. Universum Anime.
  3. A god among animators, Brooks, Xan (14.09.2005)

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