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Joe Hisaishis bürgerlicher Name lautet Mamoru Fujisawa (jap. 藤澤 守). Er ist ein japanischer Komponist, Pianist und Dirigent. Seit 1981 komponierte er über 100 Musikstücke, die in Filmen verwendet wurden[1].

Mit seiner Musik für den Film Nausicaä aus dem Tal der Winde gewann er großen Bekanntheitsgrad. Dazu lobte Helen McCarthy: „schon für sich herausragende Musik [...] beschwört Wunder, Schönheit, Pracht und Magie, ohne dass es der Worte bedarf.“[2].

KünstlernamenBearbeiten

Sein Künstlername Joe Hisaishi ist die japanische Schreibweise von Quincy Jones. Joe ist die Abkürzung zu Jones. Quincy wird in der japanische Sprache als Kuinshi ausgesprochen und als Hisaishi geschrieben.[3]

MusikrichtungBearbeiten

Seine Musikrichtungen sind Minimal Music, Elektronische Musik, europäische und japanische klassische Musik. Weniger bekannt sind seine Tätigkeiten in der Druckerei und die als Schriftsteller. Bekannt wurde er vor allem durch seine Musik für Studio Ghibli und Takeshi Kitano. Sein Lehrer heißt Takeo Watanabe, der ein sehr bekannter Komponist für Animelieder war.

Darum klingt Joe Hisaishis Musik einzigartigBearbeiten

Seine Musik scheint von Claude Debussy oder dem modernen Jazz inspiriert zu sein. Jedoch liegt dies der japanische Traditionen zugrunde. Seine Musik scheint einem Pentatonik zu folgen, aber an vielen Stellen tut es wieder nicht.

Dies liegt daran, dass er nicht den westlichen Pentatonik verwendet, sondern den japanischen Pentatonik. Daher klingt seine Musik westlich, aber hat an einigen Stellen einen „harmonischen“ Bruch. Seine Musik klingt vertraut, aber auch wieder fremd.

Gedanken beim KomponierenBearbeiten

Joe Hisaishi spricht in einem Interview kurz über seinem Werdegang, Minimal Music und seine Zusammenarbeit mit Hayao Miyazaki und Takeshi Kitano (englisch):

NHK WORLD「Direct Talk」 The Spirit of Melody Joe Hisaishi

NHK WORLD「Direct Talk」 The Spirit of Melody Joe Hisaishi

LebenBearbeiten

1950-80: Flammende BegeisterungBearbeiten

Am 6. Dezember 1950 wurde er in Nakano unter dem Namen Mamoru Fujisawa geboren. Bereits mit vier Jahren nahm er am Violinuntericht teil. Auch die Filmwelt faszinierte ihn. So schaute er innerhalb von vier Jahren ganze 300 Filme an.

1969 studierte er an der Kunitachi College of Music das Komponieren von Musikstücken, wobei er unter anderem von Philip Glass und Erik Satie beeinflusst wurde. An der Hochschule beschäftigte er sich mit Minimal Music. Sein Lehrer war Takeo Watanabe, der ebenfalls ein sehr bekannter Animemusik-Komponist ist.

Für Animes komponierte er ab 1974 für Sasuga no Sarutobi und Futari Taka. Gyatoruzu war der erste Anime für der er Musikstücke komponierte. In den 70er Jahre beeinflussten J-Pop, Elektronische Musik und New Age Music und die Band Yellow Magic Orchestra Joes Stil. Sein erstes Album MKWAJU erschien 1981, welches ein Jahr später unter dem Namen Joe Hisaishi erneut veröffentlicht wurde[4]. Bekannt wurde er durch Hajime Ningen Gyatoruz und Robokko Beeton.

1981-98: Unter neuem NamenBearbeiten

1982 brachte er das Album Information heraus. 1983 empfahl die Firma Tokuma Shoten, die auch sein Album herausbrachte, ihm an dem Film Nausicaä aus dem Tal der Winde mitzuwirken. Hayao Miyazaki und Isao Takahata waren mit seiner Musik zufrieden. Seitdem komponierte er für viele Filme von Studio Ghibli[5].

1985 gründet er sein Studio the wonder station. In darauffolgenden Jahren gealng ihm der Durchbruch als Komponist, nachdem er für zahlreiche Animes die Musik schuf. Nicht nur die Ghiblifilme tragen seine handweisende Melodien, sondern auch die Serie Maison Ikkoku. So gehörte er in der 80er und 90er Jahre zu den begehrtesten Komponisten in Japan.

1988 gründete Hisaishi sein Label Wonder Land Ind. Ein Jahr später erschien unter diesem Label sein Album Pretender. 1991 arbeitet er mit dem Regisseur Takeshi Kitano zusammen. So komponierte er die Filmmusik zu Das Meer war ruhig.

1998-2004: Internationaler DurchbruchBearbeiten

Für die Winter-Paralympics 1998 schuf er ein Soundtrack. Ein Jahr darauf schuf er sein einzigartigsten Soundtrack Summer für den Film Kikujiros Sommer von Takeshi Kitano. es folgen weietre Musikporduktionen für den zuletzt genannten Regisseur und für Hayao Miyazaki.

Der erste Film unter seiner Regie lief am 6. Oktober 2001 auf dem Montreal World Film Festival. Der Film, an der er sowohl die Musik komponierte und auch das Drehbuch schrieb, trug den Titel Quartet. Im selben Jahr erschien auch der Soundtrack Le Petit Poucet, welches er zum ersten Mal für einen ausländischen Film fertigte. Im November 2004 ging er mit kanadischen Musikern auf Tour (Joe Hisaishi Freedom – Piano Stories 2004).

2005 fasste er auch in der koreanische Filmindustrie Fuß, indem er die Musik zu Welcome to Dongmakgol (kr. 웰컴 투 동막골) beisteuerte. 2007 ist seine Musik auch in der koreanische Serie The Legend (TV series) zu hören. Sowohl in Südkorea, als auch in der westlichen Welt, ist er durch seine Musik aus den Filmen Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss bekannt.

2006Bearbeiten

2006 brachte er das Album Asian X.T.C., welcher eine elektrische asiatische Note enthält. Einige Stücke aus dem Album spielte die chinesische Nüzi shier yuefang auf ihrem Konzert. 2008 komponierte er die Soundtracks für vier Filme, darunter den preisgekrönten Nokan – Die Kunst des Ausklangs von Yōjirō Takita.

August 2008, tritt er mit World Dream Symphony Orchestra in Nippon Budōkan auf[6]. An den Musikstücken hat er 25 Jahre gearbeitet[7]. Am 28. Juni 2013 erhielt er eine Einladung Teil des Academy of Motion Picture Arts and Sciences zu werden[8].

Seit 2017 startet er Konzerte außerhalb von Japan. So spielte er in Palais des congrès de Paris zum 25-jährigen Jubiläums von Studio Ghibli[9]. Ein Jahr darauf ist seine Musik auch in der USA, in San Jose Center for the Performing Arts, zu hören[10].

AuszeichnungenBearbeiten

  • Gewann sieben Mal den Japanese Academy Award für die beste Musik in den Jahren 1992, 1993, 1994, 1999, 2000, 2009 und 2011[11]
  • [1997]: 48th Newcomer Award von Ministry of Education (Public Entertainment Section) und zahlreiche andere Preise, die beweisen, dass er einen großen Einfluss auf die japanische Filmindustrie hat.
  • [1998]: Art Choice Award for New Artist (Popular Performing Arts Division)
  • [2005]: 31st Annual Los Angeles Film Critics Association Award Music Prize für den Film Das wandelnde Schloss
  • [2008]: 10th International Film Music Critics Association Award für die beste Musik in TV-Serien. Die südkoreanische Serie hieß Queen Shikigami.
  • [November 2009]: Violetten Ehrenmedaille (Japan)[12]

MitwirkungenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Joe Hisaishi film score concerts – People's Daily Online, at the Wayback Machine. English.peopledaily.com.cn, 23. Juli 2013, abgerufen 12. Mai 2014
  2. Helen McCarthy: Hayao Miyazaki: Master of Japanese Animation : Films, Themes, Artistry. Stone Bridge Press, Berkeley 1999, S. 77 („outstanding music in its own right. […] convey wonder, beauty, awe and magic with no need for words.“
  3. Joe Hisaishi, 28. November 2013, Nausicaa.net, abgerufen 18. August 2015
  4. Hisaishis Musik (Arte 22.12.2006), abgerufen am 12. Juni 2008
  5. Patrick Drazen: Anime Explosion! – The What? Why? & Wow! of Japanese Animation. S. 262. Stone Bridge Press, 2003. (englisch)
  6. "World Dream Orchestra", New Japan Philharmonic, abgerufen 17. Juni 2017
  7. "Joe Hisaishi Special Gala Concert", The Film Festival For Popular Asian Cinema, Centro Espressioni Cinematografiche, abgerufen 17. Juni 2017
  8. Academy Invites 276 to Membership, Oscars.or, abgerufen 12. Mai 2014
  9. "Joe Hisaishi Symphonic Concert", Overlook Events, abgerufen 17. Juni 2017
  10. "Joe Hisaishi Symphonic Concert - Music from the Studio Ghibli Films of Hayao Miyazaki - San Jose Theaters", sanjosetheaters.org, abgerufen 9. Mai 2018
  11. Japan Academy Prize, jp. (23.02.2011)
  12. Ghibli Composer Joe Hisaishi Awarded Medal of Honour (23.02.2011)
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